Steyr

29. September 1947. Eine Ära beginnt. Steyr legt mit dem Typ 180 den Grundstein einer einzigartigen Erfolgsgeschichte. An diesem Montag übernimmt Leopold Haider, Landwirt in Steinbach/Steyr, seinen Steyr 180 mit der Fahrgestellnummer history041001.

Die Steyr Jubiläumsserie
Die Entwicklung des Raddruckverstärkers und der nachfolgenden Regelhydraulik sowie die Anforderungen des häufigen Fahrtrichtungswechsels bei Frontladereinsätzen führten bei Steyr 1960 zur neuen Traktorbauform mit der Bezeichnung Jubiläumsserie, die dem 100-jährigen Bestehen der Steyr-Daimler-Puch AG 1964 gewidmet wurde.

Ein schnelllaufender Dieselmotor mit 2.200 bzw. 2.400 Umdrehungen/min und einem Liter Hubraum/Zylinder beim Zweizylindermotor leistete 28 PS. Die 1,1 Liter Hubraum-Ausführung beim Drei- und Vierzylindermotor hatte 36 bzw. 45 PS. Die höhere Ganganzahl und der einfache Reversier-Schaltvorgang erlaubten eine übersichtliche und einfache Anpassung an die verschiedenen Einsatzsituationen. Darüber hinaus gehörten die körpermaßgerechte Anordnung der Bedienhebel am Fahrerstand und eine schwingungsgedämpfte Ausführung des Fahrersitzes zum Konzept.

Der erste Vertreter dieser Baureihe war 1960 der Typ 188, ab 1965 ergänzt durch eine niedrigere Ausführung für den alpinen Einsatz, den 188 n. Der 1962 in Serie gegangene Steyr 288 hatte 45 PS Motorleistung. 1966 ersetzte ihn der 50 PS starke Steyr 290. Sein damaliger Preis: 91.000 Schilling. Von diesem Traktor gab es durch seine universelle Einsetz- und Ausrüstbarkeit bereits eine Kommunalausführung namens 290 k, ausrüstbar mit Geräteanbaurahmen und Frontzapfwelle zum Antrieb von Frontgeräten wie Schneefräse und Kehrbesen.

1964 kam der Steyr 190 und 1965 seine Schmalspurversion, der 190 s, auf den Markt. Bemerkenswert ist, dass Steyr schon in den 60er Jahren eine allradgetriebene Ausführung des 190er entwickelte, erprobte und baute. Zur Umsetzung in die serienmäßige Herstellung kam es aber erst in der Folgegeneration. Der Allradtraktor für die Bearbeitung des alpinen Grünlandes war damit aber geboren. Die Jubiläumsserie zählte insgesamt 45.880 Traktoren.

Die Steyr Plus Seriehistory07
Die Weiterentwicklung bei Dieselmotoren führte von den verschiedenen Vorkammerverbrennungsverfahren hin zu Direkteinspritzverfahren mit besserer Kraftstoffausnutzung und anwendungsgerechter Leistungscharakteristik. Die Verwendung dieser Motorentechnik gipfelte in der Steyr Plus Serie, vorgestellt auf der Wiener Messe 1967. Die Plus Serie startete mit drei Typen: Steyr 30 (32 PS), Steyr 40 (40 PS) und Steyr 50 (52 PS).

Ergonomie und Fahrerschutz
Charakteristisch für diese Baureihe war neben der neuen Motorausführung die besondere Aufmerksamkeit für die Belange des Traktorfahrers: der konsequent ergonomisch gestaltete Fahrerplatz, der „Fahrerschutz“ als Vorläufer der Kabine und ein schwingungsgedämpfter Fahrersitz. Die Verdopplung der Getriebegänge durch mechanische Vorschaltgruppen ermöglichte eine bessere Geschwindigkeitsanpassung in allen Arbeitsbereichen. Der Preis für den Steyr 50 betrug 98.500 Schilling.

Schon 1968 erweiterten der Steyr 70 mit 70 PS und der Steyr 90 mit 90 PS die Baureihe. 1971 kamen dann die Typen Steyr 60/760 und 1100 hinzu. Weitere Ergänzungen der Baureihe gab es mit dem Steyr 980 und Steyr 1200. In diesen Zeitraum fallen auch die ersten Untersuchungen mit Lastschalteinrichtungen im Getriebe.

Das erste volllastschaltbare Getriebe
Auf der Austellung der DLG (Deutsche Landwirtschafts Gesellschaft) in Hannover präsentierte Steyr als Prototyp das erste volllastschaltbare Getriebe des 760er Traktors. Der Steyr 760 weist als Universaltraktor für alle Einsatzbereiche der Mittelbetriebsgröße die längste Produktionszeit von 16 Jahren und sehr hohe Stückzahlen auf: 33.407 Stück. Viele der 760er-Traktoren gingen in den Export, unter anderem nach Tunesien. Insgesamt erreichte diese Plus Serie eine Zahl von 108.713 Traktoren.

Produktion von Großtraktoren
1973 begann die Konzeption von Großtraktoren, die höhere Zugleistungen der Traktoren für Großbetriebe ermöglichten. Als Motor stand der auch im LKW-Bereich verwendete Motor 6,6 Liter Motor WD 612 mit Turbolader im Leistungsbereich von 120 bis 160 PS bereit. history27Neben einer ausgezeichneten Leistungscharakteristik hatte der Motor durch sein spezielles HPCE-Verbrennungsverfahren mit nur 197 g/KWh Kraftstoffverbrauch im Bestpunkt einen sensationell niedrigen Verbrauch.
Steyr entwickelte Getriebevarianten als 12/4-Ganggetriebe mit Lastschaltstufe und wahlweise Superkriechgang mit insgesamt 36/12 Gängen. Der erste Vertreter dieser Reihe war der Steyr 1400 a, der als Halbrahmenfahrzeug konzipiert war. Ihm folgten die Typen Steyr 8140 a bis 8180 a im Zeitraum 1974 bis 1995 mit einer Stückzahl von insgesamt 2.243 Traktoren.

Die Baureihe 80
In der Baureihe 80 erfüllte Steyr die wachsenden Ansprüche an Fahrkomfort und Kabinenausführung mit Heizung und Klimaanlage – zunächst mit den Anfangstypen Steyr 8060, 8070 und 8080 und später mit den nachfolgenden history28Typen 8090, 8100/8110 und 8120/8130 – von 48 bis 130 PS. Bis zum Steyr 8090 fand das Steyr-Vielgang-Wendegetriebe Verwendung, für die größeren Typen ein Getriebe der Firma Klöckner, Humboldt Deutz (KHD). Durch die bahnbrechenden Entwicklungen im Elektronikbereich kamen in dieser Baureihe erstmals Innovationen wie der Steyr Infomat und das Optistop Bremssystem zum Einsatz.

8075 löst Steyr 760 ab
Der Einsatz derselben Aggregate – mit jedoch niedrigerer Bauhöhe und ohne Plattform – erlaubte die Anpassung der Baureihe 80 – als Kompaktreihe mit den Typen Steyr 8045 – 8085 – speziell für den alpinen Raum mit niedrigeren Stalleinfahrten. Für den Einsatz im Weinbau standen drei Schmalspurmodelle, für den Einsatz in Obstkulturen drei Plantagenmodelle zur Verfügung. Aus dieser Baureihe heraus hat der Traktor Steyr 8075 durch seine universelle Bauform die Nachfolge des Traktors 760 angetreten. Von 1984 bis 1996 hat er es auf 11.060 Einheiten gebracht. Insgesamt umfasste die Baureihe 80 64.923 Traktoren.

Die Baureihe 900
Anfang der 90er Jahre begann Steyr mit der Entwicklung der Baureihen 900, 9000 und 9100. Die Perfektion der Integration von Frontzapfwelle und -hubwerk folgte aus der zunehmend intensiveren Nutzung des Frontanbauraums für Mähgeräte. Der verbesserten Fahrersicht auf den Kuppelvorgang und den Betrieb von Frontgeräten diente die Modifizierung der Motorhaube zur „Freisichthaube“ in der Baureihe „M“. Freisichttraktoren gibt es seit 1994 laufend bei Steyr in der Leistungsklasse ab 48 PS. Den Bedarf an Großtraktoren deckte Steyr nach dem Auslaufen seiner eigenen Reihe in Kooperation mit Massey Ferguson. Das Ergebnis: die Großtraktoren Steyr 9155 bis 9190. Im Leistungsbereich von 200 bis 276 PS sind heute Case IH Magnum Großtraktoren als Konzernprodukte verfügbar.

Die ersten CVT-Traktorenhistory35
In enger Zusammenarbeit zwischen den Entwicklungsabteilungen im Konzern sowie in Einklang mit den Ergebnissen der Einsatzuntersuchungen und umfangreicher sicherheitstechnischer Überlegungen brachte Steyr im Jahr 2000 die ersten Traktoren mit stufenlosem Getriebe (CVT) im Leistungsbereich von 120 bis 170 PS heraus. Diese profilieren die Marke mit ihrer revolutionären Technik bis heute in der höheren Leistungsklasse.

Die neue Kompaktreihe
Im Einklang mit verschärften Abgasbestimmungen auch für Traktormotoren und durch die globale Aggregateverwendung in der neuen Firmengruppierung CNH kommen nun neue Baureihen ins Produktionsprogramm. Als Universaltraktor der unteren Leistungsklasse von 60 bis 90 PS ist die Kompaktreihe im Angebot – samt neu entwickelten 3 und 4 Zylindermotoren, Getrieben mit Lastschaltgruppen und erhöhtem Kabinenkomfort.

Die Steyr Profi Reihe
Die Steyr Profi Reihe erlebte ihren Markteintritt 2003 – mit modernen Motoren, Common Rail Einspritzausrüstung und Ladeluftkühlung im Leistungsbereich von 100 bis 136 PS als 4 und 6 Zylindertraktor. Sie deckt mit ihrer umfangreichen Getriebe-, Hydraulik- und Komfortausstattung den Bedarf des heutigen Allzwecktraktors ab.history-6225

Startschuss für den Steyr CVT 6200
Mit der neuen CVT 6200 Serie erobert Steyr Ende 2008 nun das Leistungssegment über 200 PS und bietet dazu eine Vielfalt an Neuerungen und weiteren Innovationen bei Motor, Getriebetechnik, Komfort und Sicherheit. In Österreich kommen zwei Modelle auf den Markt, der CVT 6210 mit 213 PS (157 kW) und der CVT 6225 mit 224 PS (165 kW), das Leistungs-Management Power Plus aktiviert bei Bedarf zusätzlich bis zu 37PS.

Der neue Steyr Profi Classic
Mit drei neuen Profi Classic-Modellen mit einer Nennleistung von 112 PS/ 82 kW (4110 Profi Classic), 126 PS/ 93 kW (6125 Profi Classic) und
141 PS/ 104 kW (6140 Profi Classic) verfügt die Steyr Profi-Serie seit 2009 nun über besonders budgetfreundliche Traktoren mit speziellen Sonderausstattungen. Sie zeichnen sich vor allem durch die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und maßgeschneiderten Spezifikationen sowohl für die Landwirtschaft als auch für den Forst- und Kommunaleinsatz aus.
CVT ecotech – Exzellente Leistung und Wirtschaftlichkeit
In die acht Modelle mit maximal Leistungen von 171 bis 269 PS sind die Erfahrungen aus mehr als 10 Jahren erfolgreicher Konstruktion von CVTGetrieben eingeflossen. Die CVT-Traktoren sind mit einer neuen Generation von stufenlosen Getrieben ausgestattet, die ganz darauf ausgerichtet sind, die maximale Kraft auf den Boden zu übertragen, ob bei der Grundbodenbearbeitung, bei der Pflege, beim Drillen oder den verschiedensten Transportarbeiten.

(Quelle: www.steyrfan.at)